Einkaufen

Nachhaltig einkaufen: mehr als nur ein Zeichen

Nachhaltiger Konsum ist nicht nur eine Botschaft fürs gute Gewissen, sondern eine Strategie, die umso wirksamer wird, je mehr Leute ihr folgen. Denn mit jeder nachhaltigen Kaufentscheidung machen wir klar, dass wir umwelt- und sozialverträgliche Produkte wollen.

„Wer verbraucht, gestaltet“ sagte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler anlässlich des ersten Deutschen Verbrauchertages am 9. Juli 2007. Steigende Lebensmittelpreise sind nur ein Punkt einer langen Liste an Gründen, die dafür steht, dass wir auf alle auf und von einer Welt leben und dass die Masse der Verbraucher Einfluss auf diese Welt hat. Das heißt: Was wir essen und trinken, wie wir uns kleiden, wohin wir in Urlaub fahren – unsere Konsumentscheidungen haben Folgen für Mensch und Umwelt.
Mit der Wahl nachhaltiger Produkte können Verbraucher diese Folgen nachhaltig positiv mitgestalten und beeinflussen.

Zentrale Ansatzpunkte: gesunde und ökologische Ernährung

Kauft man Lebensmittel wie gewohnt, aber in Bioqualität, ohne Veränderung der Essgewohnheiten, kann man schon bis zu 25 Prozent der Klimagase einsparen. Wenn man dann noch das Ernährungsverhalten umstellt und weniger Fleisch und Wurst und mehr pflanzliche Lebensmittel isst, kann man den Treibhausgas-Ausstoß für die Ernährung bis auf die Hälfte oder noch weniger verringern.

Diese grundsätzlichen Konsum-Entscheidungen haben gleichzeitig weitere Auswirkungen in Richtung nachhaltigen Verbrauchs: Wegen des (gerechtfertigten)  höheren Preises wird man automatisch weniger vom Biofleisch kaufen und sich stattdessen für mehr Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Getreide entscheiden. Auch saisonal und regional einzukaufen wird sich gleichsam von selbst ergeben, weil das in der Regel preislich günstiger ist und gerade der Biohandel um ein entsprechendes Sortiment bemüht ist. Saisonal und regional einkaufen ist in Regensburg bei diversen Höfen mit Direktverkauf und auf verschiedenen (Wochen-) Märkten möglich.  Zugleich geht man damit einen großen Schritt hin zu einer vielfältigen und abwechslungsreichen gesünderen Ernährung.

Kleidung nachhaltig einkaufen

Angesagt, schick und preiswert – so kleider wir uns gern. Globale Arbeitsteilung, geringe Rohstoffpreise und die weltweite Industrialisierung machen Kleidung immer günstiger. Den Preis dafür zahlen die Beschäftigten in der Textilindustrie und die Natur. Ausbeutung, unmenschliche Arbeitsbedingungen und der intensive Einsatz von Chemikalien sowie lange Transportwege machen den günstigen Preis der Kleidung möglich. Es stellt sich daher die Frage:

Wie können wir uns modisch und dabei verantwortungsbewusst kleiden?

Eine Orientierungshilfe beim Kauf bieten Labels mit unterschiedlichen Ansprüchen, wie zum Beispiel das weit verbreitete Öko-Tex Standard 100, bei dem überprüft wird, ob die Kleidung giftfrei und gesundheitsverträglich ist.
Die ökologischen und/oder sozialen Bedingungen über die gesamt textile Kette, das heißt vom Anbau über die Herstellung bis zur Entsorgung, werden nur bei wenigen Zeichen berücksichtigt. Eine Übersicht über Gütezeichen, die aus Umwelt- bzw. sozialer Sicht empfehlenswert sind, bietet das Bayerische Verbraucherportal zum Thema „Nachhaltigkeit“.
Außerdem gibt es die Möglichkeit von Second-Hand statt Neukauf. Gebrauchte Textilien sind nicht nur bei Kinderkleidung eine preiswerte und nachhaltige Alternative. Secondhand Läden in Regensburg und die Möglichkeit Kleidung (und Anderes) zu teilen statt wegzuwerfen bei Fair Teilen statt Wegwerfen, bieten eine nachhaltige Option Kleidung zu erwerben. Bei Altkleidersammlungen gibt es das Gütezeichen vom Dachverband Fairwertung.

Spielzeugkauf, Hausmittel, Reise, Elektronik, Getränke, ….

Die Liste der Dinge, die der Mensch zu Leben möchte und braucht ist lange. All das lässt sich jedoch neben der herkömmlichen Art auch nachhaltig beziehen, sodass nachhaltige Entwicklung neben dem Erhalt der ökologischen, ökonomischen und sozialen Grundlagen auch die Chancen für künftige Generationen sichert.
Gütesiegel und zertifizierte Produkte unterstützten einen nachhaltigen Einkauf offensichtlich.  Mit bewussten Konsumentscheidungen trägt jeder Einzelne von uns täglich dazu bei, dass Menschenrechte geachtet, Ressourcen geschont oder das Klima geschützt werden. Mit dem Einkauf ökologisch und sozial unbedenklicher Produkte können Verbraucher zumindest auf lange Sicht das Warenangebot und dadurch den Markt nachhaltig beeinflussen.

Weitere Informationen zu nachhaltigem Einkaufen, zum Beispiel einen Überblick über Bekleidung, die ökologisch und sozialverträglich produziert wurde bietet Eco Top Ten. Auskunft, Beratung und weiterführende Informationen bietet auch das Bayerische Verbraucherportal.