Nachhaltigkeit

„Nachhaltig“ – Energiesparlampen benutzen? Nie wieder Autofahren? Nur einmal im Monat duschen? Wirklich? Der Begriff „nachhaltig“ ist in aller Munde, aber was bedeutet er denn nun tatsächlich genau?

Das Adjektiv „nachhaltig“ wird vom Duden einerseits als „sich auf längere Zeit auswirkend“ definiert und andererseits in zwei verschiedenen Bereichen verortet: in der Forstwirtschaft und in der Ökologie.

Die Wurzeln der Nachhaltigkeitsidee reichen weit zurück

Als „Vater“ der Nachhaltigkeit wird oftmals der Freiberger Oberberghauptmann Hans von Carlowitz (1645–1714) gehandelt, der den Gedanken der Nachhaltigkeit auf die Waldwirtschaft übertrug. Um nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben, sollte nach ihm nur so viel Wald abgeholzt werden, wie der Wald in absehbarer Zeit auf natürliche Weise regenerieren kann. Es sollte also sichergestellt werden, dass ein natürliches System in seinen wesentlichen Eigenschaften langfristig erhalten bleibt.
Mit diesem Ansatz war der Grundstein des nachhaltigen Denkens und Handelns gelegt.

Das Drei-Säulen-Modell

Das Drei-Säulen-Modell ist ein theoretisches Modell, das motivieren soll, einen Ausgleich zwischen den Interessen zu schaffen und das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen. Es geht davon aus, dass nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann.

Dem Drei-Säulen-Modell zufolge beruht Nachhaltigkeit auf drei Säulen:

(1) Die Säule der Ökologie
Sie orientiert sich am stärksten am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologisch nachhaltig wäre eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlage nur in solchem Maße beansprucht, wie diese sich regeneriert.

(2) Die Säule der Ökonomie
Eine Gesellschaft sollte nicht über ihre Verhältnisse leben, da dies zwangsläufig zu Einbußen für die nachfolgende Generation führen würde. Eine Wirtschaftsweise gilt dann als nachhaltig, wenn sie dauerhaft betrieben werden kann.

(3) Die Säule des Sozialen
Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren. Es geht um Wohlstand und Gerechtigkeit für alle.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit bedingen einander.

Nachhaltigkeit ist all das und noch viel mehr

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kann nicht wie andere durch eine einfache Definition umfassend und zutreffend erklärt werden. Vielmehr ist der Nachhaltigkeitsbegriff die Summe zahlreicher Definitionsansätze, welche die unterschiedlichen Elemente der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Zusammengefasst könnte man sagen:

  • Nachhaltigkeit ist stets auf die Gegenwart und Zukunft ausgerichtet. Somit ist ein zeitlicher Bezug gegeben.
  • Ressourcen, materielle/immaterielle Güter, ökonomische/ökologische Einheiten, etc. sollen geschützt werden, insbesondere wenn diese nicht erneuerbar sind.
  • Der Fortbestand eines Bezugsobjektes soll kurz- und langfristig sichergestellt werden.
  • Für jeden Einzelnen von uns kann Nachhaltigkeit bedeuten, dass ein Mensch sich seiner Handlungen und dessen Konsequenzen bewusst ist und die vorhandenen Ressourcen so nutzt, dass es niemandem schadet